Markus Grob erzählt die Geschichte der Architektur im 20. Jahrhundert entlang einer Reihe von Einfamilienhäusern. Ihre entweder steilen oder flachen Dächer analysiert er als aus dem 19. Jahrhundert hervorgegangene Formen, deren Gegeneinander in einem „Dächerstreit“ mündet. Damit wirft er einen bisher nicht dagewesenen, neuen Blick auf die Baugeschichte des vergangenen Jahrhunderts und auf seine Siedlungsformen von Vorstadt, Speckgürtel und Agglomeration.

„Merkwürdig, wie diese beiden Dachformen im vergangenen Jahrhundert gegeneinander ausgespielt wurden, [...] entsprachen [sie] folglich zumindest anfangs verwandten Lebensvorstellungen, bevor sich diese zu gegensätzlichen gesellschaftlichen Programmen auseinanderentwickelten und die Dächer zu Zeichen im Streit um die Vorherrschaft machten, der im Entsetzlichen mündete. Die Scham danach wollt nichts mehr wissen von allem, was darunter ausgeheckt worden ist: so blieben Dächer schließlich als leere Formen zurück und dem jeweils eigenen Kalkül der Bewohner, Entwerfer und Kreditgeber überlassen. Und doch gibt es noch beide Formen, weiterhin sind sie von den Vorlieben getragen, ist ihre Wirkung nicht aufgehoben, nur ist diese unbestimmt geworden.“ (Markus Grob)

17 auf Spaziergängen selber gemachte Fotografien bilden den Auftakt einer ersten Untersuchung. Diese Reihe wird begleitet von ausführlichen Legenden, die den jeweiligen Anspielungszusammenhang skizzieren. Auf den letzten 16 Seiten findet der Leser ein Resumée der Beobachtungen und Recherchen als Erzählung. Mit der Frage nach flach oder steil und dem Form- und Lebensgefühl des 20. Jahrhunderts dokumentiert das Buch die Suche nach der geeigneten Bauform der damaligen Architekten und Bauherren dieses aufreibenden Jahrhunderts.